Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe, Karlsruhe

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Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe

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Der Zoo Karlsruhe liegt in der Nähe des Karlsruher Hauptbahnhofs.

Auf einer Fläche von ca. 9 Hektar (mit Stadtpark 22 Hektar) zuzüglich dem Außengebiet Tierpark Oberwald mit einer Fläche von 18 Hektar leben zirka 800 Tiere in 150 Arten. Der Park wurde 1865 eröffnet und zählt damit zu den ältesten Zoos in Deutschland.

Der Zoo soll schrittweise bis 2015 anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Zoos und des 300-jährigen Stadtjubiläums erweitert werden.

Geschichte

Bereits ab 1861 gab es erste Bemühungen einen Zoo in der badischen Residenzstadt Karlsruhe zu gründen. Initiatoren waren die Mitglieder des neugegründeten Vereins für Geflügelzucht. Der Vorschlag, einen Geflügepark einzurichten und diesen mit zusätzlichen Scahugehegen fürSäufetiere zu ergänzen wurde ab 1864 aufgegriffen und verfolgt. Der Großherzog Friedrich I. von Badenkam einem Gesuch um Förderung nach und ließ den südlichen Teil des Sallenwäldchens zusammen mit dem Ludwigsee für einen jährlichen Pachtzins von drei Gulden zur Errichtung eines Tiergartens bereitstellen. Das notwendige Kapital zur Gründung sollte durch Schuldverschreibungen ausfgebracht werden. Die Eigentümer dieser Schuldverschreibungen bildeten die Thiergartengesellschaft die zusammen mit dem Geflügelzuchtverein den neu zu gründenden Thiergarten betreiben sollte. Die Errichtung der ersten Anlagen dauerte nur wenige Monate. Der Großherzog stellte außer Geldmitteln auch einige Tiere aus seiner Sammlung zur Verfügung. Die vorgesehene Finazierungsdecke von 50.000 Gulden konnte aber bis zur Eröffnung nicht aufgbracht werden. Es waren lediglich Anteile für insgesamt 25.000 Gulden ausgegeben worden. Die Finanzierungslücke hemmte des Ausbau des Zoos.

Die privaten Gründer konnten die Kosten nicht mehr tragen, so dass am 30. November 1868 ein neugegründeter Tiergartenverein den Park übernahm und eine finanziele Unterstützung durch die Stadt beantragte. Diese Unterstützung wurde mit Darlehen und Jahreszuschüssen gewährt und der Ausbau des Zoos ging nun etwas zügiger vonstatten. 1869 besuchten 50 000 Menschen den Tiergarten, dessen Tierbestand durch Stiftungen des Großherzogs und Spenden der Bevölkerung kontinuierlich erweitert werden konnte.

1877 gingen das gesamte Inventar und die Tieranlagen in städtischen Besitz über. Zur gleichen Zeit wurde das Gelände erweitert und die erste größere Gartenanlage geschaffen. Unter der Leitung des Gartendirektors Friedrich Ries entwickelte sich der Park zu einem bekannten und beliebten Ausflugsziel. 1899 wurde der ersten Rosengarten mit ca. 3600 Rosenpflanzen in 800 Sorten angelegt.

Die Eröffnung des Tierpark Hagenbecks in Stellingen bei Hamburg im Jahr 1907, mit seinen meiste gitterlosen Tieranlagen, beeinflusstete auch die Gestaltung anderer Zoos, die jetzt alle Panoramalnadschaften oder zumindestens Freianlagen vorweisen wollten. 1913 zogen die ersten Seelöwen in eine Freianlage ein, die heute die älteste noch bestehende Anlage im Zoo Karlsruhe ist.
1914 - verbunden mit dem Bau und der Inbetriebnahme des Karlsruher Hauptbahnhofs - wurde der Gartenbereich des Zoos der sogenannte Stadtgarten erheblich erweitert, u.a. wurde ein neuer Rosengarten angelegt. An Stelle des alten wurde 1918 mit dem Bau des Japangartens begonnen.

In der Folgezeit wurde auch der Tierstand mit exotischen Tieren erweitert: 1923 erhielt der Zoo einen Königstiger und 1924 den Elefanten Molly. Die damals 3 jährige Elefantenkuh verblieb bis zu ihrem Tod 1941 im Karlsruher Zoo.

Vor Beginn des 2. Weltkrieges war der Tierbestand beträchtlich angewachsen und es kamen Überlegungen auf, den Zoo aus dem Stadtzentrum an den Stadtrand zu verlagern. Dazu kam es nicht mehr. Im Krieg wurden die Anlagen stark beschädigt und die übverlebenden tiere an andere Zoos abgegeben. Das Gelände des Stadtgartens wurde zur Gemüsezucht für die Versorgung der hungerleidenden Bevölkerung genutzt.

Zwei Jahre nach Kriegsende - 1947 - begann der Wiederaufbau des Zoo mit der Errichtung neuer Tiergehege. 1949 wurde der Zoo inklusive Stadtgarten neu eröffnet. Der Tierbestand wurd kontinuierlich erweitert und Anfang der 1960er Jahre hatte der Zoo den Vorkriegsstand überholt.

Die folgenden Jahre galten der intensiven Vorbereitung der Bundesgartenschau in Karlsruehe, die 1967 eröffnet wurde. 1965 entstand deshalb im nahe gelegenen Stadtwald der Tierpark Oberwald, um durch die Auslagerung von Tieren Platz für Gartenflächen zu schaffen. Der zum Karlsruher Zoo gehörende Tierpark bietet bis heute Platz für große Huftiergruppen wie Kropfgazellen, Wisente, Przewalskipferde und Mesopotamische Damhirsche.

Für die Bundesgartenschau wurde die Gartenanlage komplett neu gestaltet, aber auch die Tieranlagen wureden ausgebaut. Pünktlich zur Eröffnung der Gartenschau, die von über 6 Millionen Gästen besucht wurde, wurde eine neue Anlage für Eisbären eingeweiht werden. Mit 11 Eisbären berherbergte Der Zoo damals die größte Eisbärengruppe in Europa.

1968 wurde das neue Affenhaus eröffnet. Danach wurde der Ausbau wieder etwas verlangsamt und erst 1975 wurde das das Papageienhaus - das heutige Südamerikahaus - fertiggestellt. In den 1980er Jahren wurden vor allem Bestand sichernde Sanierungsmaßnahmen sowie einige kleine Bauvorhaben abgeschlossen.

In den 1990er Jahren wurden die Afrika-Savanne, eine neue Schimpasenanlage und neue Außengehege am Raubtierhaus fertiggestellt sowie die Außenanlage für Elefanten umgestaltet. Im Oktober 2000 wurde das neue Eisbärengehege eröffnet.

Bis 2015 soll der Zoo erweitert und die Infrastrukutur sowie die Tierhaltungsbedingungen in vielen alten Gehegen verbessert werden..

Tieranlagen

Direkt am Haupteingang (Kasse Süd) befindet sich die Anlage der Flamingos. Im nahegelgenen alten Seelöwen-Gehege werden Schaufütterungen der Kalifornischen Seelöwen gezeigt. Eine Anlage auf die der Zoo besonderen Wert legt, ist die im Jahre 2000 eröffnete Anlage für Eisbären: Die Nachbildung des Artkis- und Tundra-Lebensraumes ist in drei Gehegeabschnitte unterteilt, um Eisbären-Mütter mit Kindern von den erwachsenen Tieren trennen zu können. Besonders auffällig sind die Eisberg-Nachbildungen. Durch Sichtfenster können die Tiere auch unter wasser beim Schwimmen beobachtet werden.

Weitere Tieranlagen sind die für Bennettkängurus, Pinguine, Seehunde und Trampeltiere. Am Giraffenhaus sind Tiere der Afrikanischen Savanne wie Zebras, Antilopen und Strauße untergebracht. Als Giraffenart zeigt der Karlsruher Zoo Netzgiraffen.

Teichanlagen mit Enten und anderen Wasservögeln aus aller Welt, Affeninseln für Kattas und Klammeraffen aus Südamerika.

Im Affenhaus werden neben Schimpansen - als einziger gehaltener Menschenaffenart - weitere Affenarten aus Afrika gezeigt. Das Raubtierhaus beherbergt unter anderem China-Leoparden und Schneeleoparden sowie andere Raubtiere. Ein weiteres Tierhaus ist das Südamerikahaus mit Papageien, Leguanen und kleinen Krallenaffen.

Im Kinderzoo können Haustiere wie Schafe, Ponys oder Alpakas gestreichelt und mit Automatenfutter gefüttert werden. Vogelvolieren und Anlagen für Asiatische Elefanten und Flusspferde finden sich ebenso im Zoo wie eine Anlage für Wölfe.

Stadtgarten

Der Stadtgarten ist eine eigene Anlage im Zoologischen Garten Karlsruhe und kann nicht separat besucht werden. Zur Anlage gehören ein Rosengarten mit ca. 15.000 Rosen in über 200 Sorten und der Japanische Garten. Der ursprünglich 1918 angelegte Gartenteil war einer der einem der ersten asiatischen Gärten in Deutschland. Anläßlich der Bundesgartenschau 1967 erhielt der Stadgarten seine jetzige Gestaltung. Eine besondere Attraktion sind die durch einen Seilzug betriebenden Gondolettas auf den Teichen des Stadtgartens.

Im Stadtgarten findet das jährliche Lichterfest statt, bei dem Tausende von Teelichtern, Lampions und zu Figuren gestaltete Glühlampen den Park beleuchten.

Fußgängerbrücke über dem Zoo

Über den Zoo und den Stadtgarten spannt sich die Karl-Birkmann-Brücke mit dem Tiergartenweg. Die Brücke ist nach Karl Birkmann, dem Leiter des Zoologischen Gartens zwischen 1963 und 1979, benannt worden.

Zusammenarbeit mit dem Naturkundemuseum

Ein für Deutschland nahezu einzigartges Projekt ist die Vereinbarung zwischen Naturkundemuseum Karlsruhe und Zoo die den Besuch beider Einrichtungen an einem Tag zum ermäßigten Preis ermöglicht. Möglich wurde das durch die räumliche Nähe beider Intitutionen. Das Projekt begann im Mai 2007 und ist für zunächst 12 Monate befristet.

Förderverein

Der Förderverein des Zoos, die Zoofreunde Karlsruhe e.V. unterstützen durch verschiedene Aktivitäten den Zoo. Von dem Geld werden Tiere gekauft und Anlagen sarniert bzw. neu gebaut.

Der Verein wurde 1979 gegründet und ist Herausgeber des Zoomagazins kaTTa. Der Verein organisert für seine Mitglieder Zooführungen, Vorträge und Exkursionen.

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